Aktuelles

Wie entwickelt sich unser Blühprojekt?

Hier berichten wir Ihnen aktuell von den Feldern

gefährdet: die Hosenbiene

Seltener Fund 2

Und noch eine Kandidatin von der Vorwarnliste der Roten Liste Bienen Niedersachsen: auch die Hosenbiene ist gefährdet. Mit den auffällig langen Haaren an ihren Beinen sammelt sie die Pollen beim Blütenbesuch.

seltener Fund 1

Diese zweihöckrige Mauerbiene habe ich in einer Blühfläche gefunden. Sie steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bienen Niedersachsen. Sie gehört also zu den gefährdeten Arten, um die wir uns besonders kümmern wollen.

gefährdet: zweihöckrige Mauerbiene
Schmalbiene im Anflug

Schnappschuß

Eine mit Pollen beladene Schmalbiene im Anflug auf die nächste Blüte.

Juli 2020: neue große Sanddünen

Jede Blühfläche hat nun eine große Sanddüne mit unterschiedlichen Bodenstrukturen bekommen. Mit dem Spargelpflug haben wir Dämme angelegt und so verschiedene Schrägen und Steilkanten geschaffen. Schon nach kurzer Zeit fingen unterschiedliche Wildbienenarten an, die Flächen zu besiedeln und ihre Brutröhren anzulegen. Wichtig für einen langfristigen Erfolg ist nun, dass diese Dünen möglichst lange erhalten bleiben. Dazu müssen wir regelmäßig aufkeimendes Unkraut von Hand entfernen, da dieses sonst den Sand beschatten würde, das mögen die Wildbienen nicht.

große Sanddüne
es summt und brummt bei uns!

Juni 2020: immer mehr Blühpaten

Als wir im Winter an die Planung unseres Blühprojektes gingen haben wir gedacht: wenn wir im ersten Jahr 100 Paten für die Blühflächen zusammen bekommen ist das gut und unser erstes Ziel erreicht. Jetzt im Juni haben sich schon über 300 Paten angemeldet und es werden immer mehr!

Für alle angelegten Blühflächen haben wir nun Paten gefunden und können aktuell keine weiteren Flächen vergeben. Auf Ackerflächen, wo im Moment noch Getreide heranreift möchten wir aber im nächsten Frühjahr weitere Blühflächen anlegen und unser erfolgreiches Projekt erweitern. Gerne kann man sich dort schon "seine" zukünftige Blühfläche sichern.

Bestandsaufnahme

Bei einem Feldbesuch hat der Wildbienenexperte Rolf Witt die Entwicklung der Blühflächen und die Anlage der Nistmöglichkeiten beurteilt. Mit einem Kescher wurden verschiedene Wildbienen gefangen, um sie genauer zu bestimmen. So können wir noch gezielter auf die vorhandenen Arten eingehen und in der Zukunft Blühmischungen entsprechend anpassen. Für die weitere Gestaltung der Flächen habe ich viele Anregungen bekommen und werde diese gerne umsetzen.

Feldkontrolle
Beregnung der Blühflächen

Ende Mai 2020: leider kommt viel zu wenig Regen

Wir erleben einen weiteren Dürresommer: es ist heiß und trocken, wenn mal Regenwolken am Himmel auftauchen ziehen sie leider an uns vorbei. Vor allem unsere Erdbeerfelder leiden, immer wieder müssen wir die durstenden Pflanzen beregnen. Wann immer es geht versuchen wir, die Blühflächen mit zu beregnen. Nicht immer ist das möglich, manche liegen zu weit weg von den Wasserleitungen. In der Folge keimt die Saat unterschiedlich gut, an manchen Stellen setzen sich auch unerwünschte Unkräuter durch, deren Samen sich im Boden befinden. Da diese meist schneller wachsen als die Kräuter der Blühmischung können wir sie recht gut mit dem Mulcher stutzen und zurückdrängen. Im Herbst werden wir den Aufwuchs beurteilen und entscheiden, ob an manchen Stellen im nächsten Jahr noch einmal neu gesät werden muss.

23. Mai 2020: Anlage der neuen Flächen

Endlich hat es etwas geregnet! Darauf haben wir gewartet, denn bisher waren die Flächen staubig und trocken - zu trocken für die Saatkörner der Blühmischung. Nun haben wir mit der Drillmaschine das wertvolle Saatgut auf den zukünftigen Blühflächen verteilt.

Das Saatgut
tiefe Löcher im Acker

13. März 2020: schwere Maschinen für kleine Brummer

Drei Viertel der Wildbienen nisten im Boden. Sie bohren sich Gänge in den Sand und füllen diese mit Pollen als Nahrungsvorrat. Hierauf legen Sie Eier, aus denen im nächsten Frühjahr der Nachwuchs schlüpft. Er ernährt sich von den Pollen und wächst zur neuen Wildbiene heran.

Zur Anlage dieser Brutröhren bevorzugen die verschiedenen Arten ganz unterschiedliche Bodenstrukturen. Gern genommen sind trockene, sonnig gelegene Bereiche, die möglichst wenig bewachsen sind. Einige Wildbienenarten bauen lieber in steilen Wänden, andere mögen lieber schräge Flächen oder haben es gern flach und eben. Wichtig ist, dass die Insekten in ihrem Umfeld sowohl die richtigen Blühpflanzen finden, als auch geeignete Bodenstrukturen, die über Winter nicht durch Bearbeitung zerstört werden.

Mit dem Trecker habe ich ordentlich "rumgewühlt" und lukrative Wohngebiete für die individuellen Ansprüche der zukünftigen "Mieter" angelegt.

6.März 2020: was soll hier wachsen?

Nach monatelanger Vorarbeit - mehr im Büro mit Telefon und PC, als auf dem Feld mit dem Trecker - starten wir unser Blühprojekt.

Bei Facebook fragen wir unsere "Fans": Was soll hier wachsen? Wie bisher ein Getreidefeld oder eine Blühfläche zum Schutz der bedrohten Wildbienen? Wir sind begeistert von der Resonanz in den "sozialen Medien" und schon nach kurzer Zeit landen die ersten Patenschaftsanmeldungen bei uns im elektronischen Postfach.

Wie so oft liegt die Tücke aber im Detail: um den Anmeldevorgang rechtskonform zu gestalten wird der Ablauf recht kompliziert und gerät für manchen potenziellen Blühpaten zum elektronischen Hürdenlauf. Nicht jeder kommt ans Ziel...

Die Anmeldung soll natürlich schnell und einfach gehen, daher wird das Problem zügig angepackt und der Ablauf vereinfacht. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und hoffen, dass es bald besser klappt!

Der unbestellte Acker
Rolf Wiit und Hajo Kaemena

Februar 2020: fachliche Beratung

Der Biologe und anerkannte Wildbienenexperte Rolf Witt aus Edewecht hat uns besucht und ein konkretes Konzept für unsere geplanten Blühflächen entwickelt. Er wird uns und unser Blühprojekt begleiten und dafür sorgen, dass wir tatsächlich denen helfen, die so dringend Hilfe benötigen: den bedrohten Wildbienen. Fast noch wichtiger als die richtigen Blühpflanzen ist ihm die Schaffung geeigneter Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten. Wir haben viel über die speziellen Anforderungen der Insekten an ihre Umwelt gelernt und wollen nun die richtigen Maßnahmen umsetzen.